Der Kaufpreis eines Wäschetrockners ist die kleinere Hälfte der Rechnung. Über zehn Jahre Nutzung entscheidet der Stromverbrauch darüber, ob das Gerät am Ende 500 oder 1.700 Euro gekostet hat. Hier stehen die Zahlen, mit denen sich das vorher ausrechnen lässt.
Was ein Wärmepumpentrockner tatsächlich verbraucht
Auf dem Energielabel steht ein Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Dieser Wert beruht auf einer genormten Zahl von Trockengängen — er bildet also einen Durchschnittshaushalt ab, nicht den eigenen. Für die eigene Rechnung braucht es zwei Zahlen: den Verbrauch pro Trockengang und die tatsächliche Häufigkeit.
| Gerät | je Trockengang (8 kg, schranktrocken) | bei 160 Gängen/Jahr | Kosten/Jahr* |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpentrockner, sehr effizient | ca. 1,0 kWh | ca. 160 kWh | ca. 56 € |
| Wärmepumpentrockner, Klasse C/D | ca. 1,6–2,0 kWh | ca. 256–320 kWh | ca. 90–112 € |
| Reiner Kondenstrockner | ca. 2,8–3,2 kWh | ca. 448–512 kWh | ca. 157–179 € |
| Ablufttrockner (alt) | ca. 3,5 kWh | ca. 560 kWh | ca. 196 € |
* Beispielrechnung bei 35 Cent je Kilowattstunde. Der tatsächliche Verbrauch hängt an Beladung, Programm, Restfeuchte nach dem Schleudern und Raumtemperatur.
Die Rechnung für den eigenen Haushalt
So lässt sich in zwei Minuten überschlagen, was der Trockner kosten wird:
- Trockengänge pro Woche zählen. Ein Zwei-Personen-Haushalt kommt typischerweise auf ein bis zwei, eine vierköpfige Familie auf drei bis fünf, mit Kleinkindern auch mehr.
- Mal 52 ergibt die Gänge pro Jahr.
- Mal Verbrauch je Gang (aus der Tabelle oben oder aus dem Datenblatt des Geräts, geteilt durch die dort angegebene Gangzahl).
- Mal eigener Strompreis — steht auf der letzten Jahresabrechnung, nicht der im Werbeprospekt.
Umgekehrt gilt: Wer nur im Winter trocknet und auf 60 Gänge im Jahr kommt, spart mit demselben Aufpreis nur rund 17 € jährlich. Dann ist das günstigere Gerät die vernünftigere Wahl. Die Energieklasse ist also keine absolute Größe, sondern eine Funktion der eigenen Nutzung.
Die fünf größten Stromfresser im Alltag
1. Zu niedrige Schleuderdrehzahl
Das ist der mit Abstand größte Hebel, und er kostet nichts. Wäsche, die mit 1.000 Umdrehungen geschleudert wurde, enthält deutlich mehr Restwasser als bei 1.400 oder 1.600. Jedes Gramm davon muss der Trockner mit Strom verdampfen — obwohl die Waschmaschine dieselbe Arbeit mechanisch und für einen Bruchteil der Energie erledigt hätte. Wer die Schleuderdrehzahl von 1.000 auf 1.400 erhöht, senkt die Trocknerlaufzeit spürbar.
2. Halb leere Trommel
Ein Trockner verbraucht für eine halb gefüllte Trommel nicht die Hälfte, sondern deutlich mehr als die Hälfte der Energie einer vollen. Der Grundverbrauch für Aufheizen und Luftumwälzung fällt immer an. Viele Geräte haben eine Funktion für halbe Beladung, die die Dauer anpasst — sie ersetzt aber nicht das Sammeln, bis eine sinnvolle Menge zusammenkommt.
3. Übertrocknen
Die Stufe „extratrocken“ ist für dicke Frottee-Handtücher gedacht. Für Alltagswäsche verlängert sie nur die Laufzeit und belastet die Fasern. Wer ohnehin bügelt, fährt mit „bügelfeucht“ am günstigsten: Das Programm stoppt früher, und das Bügeleisen erledigt den Rest sowieso.
4. Zugesetztes Flusensieb
Ein Sieb voller Flusen bremst den Luftstrom. Das Gerät braucht länger, um dieselbe Restfeuchte zu erreichen — bei jedem einzelnen Durchgang. Die Reinigung dauert zehn Sekunden und gehört nach jedem Trockengang gemacht, nicht wöchentlich.
5. Kalter Aufstellraum
Die Wärmepumpe zieht ihre Energie aus der Umgebungsluft. Bei 20 Grad im Bad arbeitet sie effizient, bei 8 Grad im Keller deutlich schlechter. Der Unterschied kann bei ungünstigen Bedingungen ein Drittel der Laufzeit ausmachen.
Was Ökostrom, Nachtstrom und PV-Anlage ändern
Am Verbrauch ändert der Tarif nichts, an den Kosten schon. Wer einen Zeittarif hat, kann die Startzeitvorwahl nutzen — praktisch jedes aktuelle Gerät bringt sie mit. Bei eigener Photovoltaikanlage lohnt es, den Trockner in die Mittagsstunden zu legen: Ein Trockengang zieht rund eine Kilowattstunde, das schafft eine kleine Anlage aus dem Überschuss.
Der Vergleich mit dem Wäscheständer fällt dabei weniger eindeutig aus, als er wirkt. Wäsche, die in der Wohnung trocknet, gibt mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab. Wer im Winter dagegen lüftet und nachheizt, verbraucht dafür ebenfalls Energie — und riskiert bei schlecht gelüfteten Räumen Feuchteschäden. Im Sommer draußen ist der Wäscheständer unschlagbar, im Winter drinnen ist die Rechnung offener, als sie scheint.
Was auf dem Energielabel wirklich steht
Seit der Umstellung auf die Skala von A bis G wirken viele Geräte schlechter, als sie sind. Die alten Klassen A+ bis A+++ sind verschwunden; stattdessen wurde die Messlatte so gelegt, dass die Klassen A und B zunächst weitgehend leer bleiben — sie sind für künftige Technik reserviert. Ein Gerät der Klasse C ist nach heutigem Stand ein gutes Gerät, D ist solide, und erst ab E wird es wirklich ungünstig.
Wichtiger als der Buchstabe ist ohnehin die Zahl direkt darunter: der Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Er beruht auf einer genormten Zahl an Programmdurchläufen und ist damit die einzige Größe, die sich zwischen zwei Geräten direkt vergleichen lässt. Zwei Trockner derselben Klasse können sich dort um fünfzig Kilowattstunden unterscheiden — das sind bereits knapp zwanzig Euro im Jahr.
Ebenfalls auf dem Label: die Programmdauer des Standardprogramms und der Geräuschwert in Dezibel. Die Programmdauer wird beim Vergleich regelmäßig übersehen, obwohl sie im Alltag spürbar ist — zwischen sparsamen und schnellen Geräten liegt oft mehr als eine Stunde.
Lohnt der Austausch eines alten Geräts?
Diese Frage stellt sich häufiger als der Neukauf, und sie lässt sich ausrechnen. Ein zehn Jahre alter Kondenstrockner zieht rund 3 Kilowattstunden je Durchgang, ein heutiger sparsamer Wärmepumpentrockner etwa 1. Bei 200 Durchgängen im Jahr sind das 400 Kilowattstunden Unterschied und damit rund 140 Euro jährlich.
Wäscheständer, Trockenraum und Trockner im Vergleich
Der Wäscheständer verbraucht keinen Strom — das ist die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere: Acht Kilo Wäsche geben beim Trocknen rund drei bis vier Liter Wasser an die Raumluft ab. Im Sommer draußen ist das belanglos. Im Winter in der Wohnung muss diese Feuchtigkeit weggelüftet werden, und die weggelüftete warme Luft muss nachgeheizt werden.
Überschlägig kostet das Aufheizen der nachströmenden Kaltluft in einer durchschnittlich gedämmten Wohnung pro Wäscheladung einen niedrigen einstelligen Eurobetrag — je nach Heizungsart also durchaus in der Größenordnung eines Trockengangs. Dazu kommt das Schimmelrisiko in schlecht gelüfteten Räumen, das keinen Preis hat, aber teuer werden kann.
Ein unbeheizter Trockenraum im Keller ist der ungünstigste Fall: Dort trocknet Wäsche im Winter tagelang, und die Feuchtigkeit sammelt sich in einem Raum, der sie kaum abführen kann. Wer einen solchen Raum hat, fährt mit dem Trockner sowohl beim Zeitaufwand als auch beim Bauschutz besser.
Verbrauch selbst messen
Wer es genau wissen will, steckt ein Energiemessgerät zwischen Steckdose und Trockner und lässt einen normalen Durchgang laufen. Das Ergebnis weicht in der Praxis regelmäßig vom Datenblatt ab — nach oben, weil zu Hause weder Beladung noch Restfeuchte der Norm entsprechen. Für die eigene Rechnung ist der gemessene Wert der ehrlichere.
Häufige Fragen
Wie viel kostet ein Trockengang?
Bei einem effizienten Wärmepumpentrockner rund 35 Cent (etwa 1 kWh bei 35 Cent je Kilowattstunde). Ein Gerät der Klasse D liegt bei 55 bis 70 Cent, ein reiner Kondenstrockner bei rund einem Euro je Durchgang.
Lohnt sich ein teurerer Trockner mit besserer Energieklasse?
Das hängt an der Nutzungshäufigkeit. Bei vier Trockengängen pro Woche macht der Unterschied zwischen Spitzenklasse und Klasse D rund 58 Euro im Jahr aus — ein Aufpreis von 150 bis 200 Euro ist in etwa drei Jahren wieder drin. Wer nur im Winter trocknet, holt denselben Aufpreis kaum je heraus.
Was spart am meisten Strom beim Trocknen?
Höher schleudern. Wäsche mit 1.400 statt 1.000 Umdrehungen enthält deutlich weniger Restwasser, und die Waschmaschine entfernt es mechanisch mit einem Bruchteil der Energie, die der Trockner fürs Verdampfen braucht.
Ist der Wäscheständer immer günstiger?
Draußen im Sommer ja, eindeutig. In der Wohnung im Winter ist die Rechnung offener: Die Wäsche gibt mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab, die weggelüftet und nachgeheizt werden müssen — und bei schlecht gelüfteten Räumen drohen Feuchteschäden.
- Wäschetrockner-Test der Stiftung Warentest
- Wärmepumpe oder Kondenstrockner?
- 8 oder 9 kg: welche Trommelgröße?
- Trockner auf die Waschmaschine stapeln
- Alle 18 Wäschetrockner im Vergleich
Hinweis: Auf dieser Seite werden keine eigenen Produkttests durchgeführt. Angaben zu Testergebnissen stammen von der Stiftung Warentest (test.de, Wäschetrockner-Datenbank, Stand September 2026) und sind dort kostenpflichtig abrufbar. Verbrauchs- und Kostenangaben sind gerundete Beispielrechnungen auf Basis der EU-Energielabel und eines angenommenen Strompreises von 35 Cent je Kilowattstunde. Alle Produktlinks sind Amazon-Affiliate-Links (Tag: waeschetrockner01-21); bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision, für dich entstehen keine Mehrkosten. Preise zuletzt geprüft am 16.09.2026.